logo

Babysitterdienst St. Hedwig Bayreuth

child
Allgemein Handzettel Ausbildung Vermittlung Chronik Presse Impressum Datenschutz Links
 
 
 
     

Praxistag für Babysitter und Kinderbetreuer-/innen in der Familienarbeit
Samstag, den 16. Oktober 2004 in Vierzehnheiligen

Wie an dieser Stelle angekündigt, fand am 16. Oktober 2004 in Vierzehnheiligen ein von der Diözesanstelle Familie organisierter Praxistag für Babysitter und Kinderbetreuer-/innen statt. Nach kurzfristiger Umdisponierung wurden wir nicht wie erwartet im Haus Frankenthal, sondern im Balthasar-Neumann-Saal des Diözesanhauses empfangen. Und was für ein Empfang! Kaffee, Kuchen und köstliche Hörnchen warteten nur darauf, von uns verputzt zu werden. Dementsprechend gelöst war dann auch die Atmosphäre: Alle (8 Teilnehmerinnen und die beiden Leiterinnen, Angelika Vogler und Christiane Alter) sprachen sich mit Vornamen an und duzten sich.

Zum Kennenlernen wurde ein nettes, mit Bewegung verbundenes Spiel gespielt, das man auch bei Kindergruppen einsetzen kann: das Vier-Ecken-Spiel. Die Leiterinnen stellten eine Frage bezüglich des Hintergrundes der Teilnehmer (z.B. "Wo kommt ihr her?") und verteilten vorgefertigte Antworten auf die vier Zimmerecken (z.B. "Bamberg" - erste Ecke, "Bayreuth" - zweite Ecke usw.). Entsprechend dieser Belegung verteilten sich dann die Teilnehmer auf die Ecken. Es war ein großer Spaß, insbesondere, da man nicht das Gefühl hatte, persönliche Details vor einer unbekannten Gruppe preisgeben zu müssen, aber doch ein wenig von sich "erzählen" konnte und einen groben Überblick über die restliche Gruppe bekam.

Anschließend setzten wir uns dann zusammen im Kreis hin, wobei die Leiterinnen sich gegenüber saßen, und dann wurde auch schon gleich mit dem nächsten Spiel begonnen: Jeder erhielt Papier und Stift und den Auftrag, sich zu den Buchstaben seines Namens (Vornamen) Eigenschaften bzw. Schlagwörter, die ihn charakterisierten, herauszusuchen. Diese knifflige Aufgabe schien zunächst sehr schwer, doch nach einiger Zeit entfaltete sich ungeahnte Kreativität bei einigen in der Gruppe. Nachdem alle fertig waren, stellten wir uns der Reihe nach der Gruppe vor, wobei wir unsere Namen auf eine sogenannte Flip-Chart (eine Art Riesenpapierblock, der als Tafel dient) schrieben und zu jedem Buchstaben die von uns gefundenen Schlagwörter erläuterten.

Als Abschluss des Kennenlernens und Vorstellens und als Überleitung zum eigentlichen Thema "Erfahrungen mit Kinderbetreuung" wurden nun Mandalas mit unterschiedlichen Motiven angeboten, von denen sich jeder eines aussuchte und es seinen eigenen Vorlieben entsprechend ausmalte. Das Malen sollte uns helfen, uns zu konzentrieren und über negative und positive Erfahrungen im Bereich Kinderbetreuung nachzudenken. Auf die Mandalas wurde in der Gruppe nicht weiter eingegangen, sondern vielmehr auf die Erfahrungen und Erlebnisse der einzelnen Teilnehmer. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass alle in der Gruppe trotz mancher negativer Erlebnisse persönlich sehr viel durch die Kinderbetreuung gewinnen. Das Gefühl, das man empfindet, wenn ein Schützling einen freudestrahlend in die Arme schließt, ist einfach nicht mit Gold aufzuwiegen.

In der nun folgenden Mittagspause begaben wir uns in einen Speisesaal, in dem ein hübsch gedeckter Tisch für uns reserviert war. Sodann wurde von freundlichen Damen ein köstliches Mahl aufgefahren, das viel zu reichlich für unsere Gruppe war: Suppe, Salate, Reis, Soße, Fleisch und zum Nachtisch Erdbeercreme. Getränke konnte man sich aus den Automaten in der Vorhalle besorgen. Es herrschte eine sehr angenehme, freundliche Atmosphäre.

Um halb zwei trafen wir uns gestärkt und ausgeruht wieder im Balthasar-Neumann-Saal, um uns endlich dem Themenkomplex "Kinderbücher" zuzuwenden. Die Leiterinnen hatten eine große Auswahl an verschiedenen Kinderbüchern bereit gestellt, und auch einzelne Teilnehmer hatten ein Exemplar aus der eigenen Kindheit mitgebracht. Insgesamt eine rechte Augenweide für den Bilderbücherwurm. Zunächst besprachen wir in der Gruppe ganz allgemein, welchen Stellenwert Bücher und Vorlesen bei der Kinderbetreuung haben, dann stellte jeder der restlichen Gruppe ein persönlich ausgesuchtes Buch aus der vorhandenen Auswahl vor und erläuterte kurz, was seiner Meinung nach Kindern an diesem Buch gefallen könnte und weshalb er ausgerechnet dieses Buch ausgewählt hatte.

Anschließend wurden zwei Gruppen aus je vier Teilnehmern gebildet, die zu je einem Buch Ideen für alternative bzw. zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten sammelten. Im Folgenden sei kurz wiedergegeben, was von den einzelnen Gruppen auf der Tafel notiert wurde:

Buch: Oh wie schön ist Panama

  • zeichnerisch (Bildergeschichte)
  • selbst darstellen (mit Utensilien, Sprache oder Pantomime)
  • Figürliches Spiel (Knete, Schatten)
  • Masken basteln
  • Traumreisen
  • Spiele im Allgemeinen
  • musikalische, sowie tänzerische Umgestaltung
  • Quiz
  • eigenes Hörspiel erstellen
  • Ausgestaltung des eigenen Traumlands
  • Übertragung der Symbole auf andere Bereiche

Buch: Die Anderen (ein Buch über Vorurteile)
  • Objekte suchen: Welche Tiere gibt es in dem Buch? Wo befindet sich z.B. der Baum...?
  • Objekte zählen: Wie viele Schweine (Abbildungen) gibt es insgesamt im Buch?
  • Sprachliche Fertigkeiten fördern: Welche Worte kommen noch für "Schwein" vor?
  • Verknüpfungen erstellen: Wozu gebraucht das Schwein in der spezifischen Situation seine Stoßzähne? (Wurde nicht explizit im Text erklärt, geht aber aus Abbildung hervor)
  • Offener Schluss - Geschichte weiter erzählen
  • Motorische Fähigkeiten fördern: Szenen abzeichnen, Knete, nachbauen
  • Geschichte nacherzählen, in eigene Worte fassen, sich besinnen
  • Videofilm über Rollenspiel - Szenen selbst nachstellen
  • Spiele für beide Schweinegruppen gemeinsam überlegen
  • Seiten auslassen - Kinder ergänzen lassen
  • Phantasiereise / Bewegungsübung entwickeln zum Text
  • Lebensnahe Vergleiche ziehen - über Geschichte sprechen
Auch wenn einige dieser Punkte nur im Zusammenhang mit dem jeweiligen Buch verständlich werden, geht doch aus der obigen Auflistung hervor, wie vielseitig Bücher einzusetzen sind und als Grundlage für eine Vielzahl von anderen Aktivitäten dienen. Der Kreativität sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Sicher werden die Kinder selbst die erstaunlichsten Ideen haben, was man noch alles mit der Geschichte machen könnte.

Zum Abschluss des Praxistages wurden wir Teilnehmer großzügig mit Infomaterial eingedeckt, das wertvolle und interessante Lektüre für so manchen regnerischen Nachmittag bietet. Als besonders nette Geste ließen die Leiterinnen noch eine Schale mit Süßigkeiten herumgehen, aus der sich jeder etwas aussuchen durfte, nachdem er Kommentare zum aktuellen Praxistag sowie Anregungen und Wünsche für zukünftige Veranstaltungen abgegeben hatte. Es war nicht verwunderlich, dass alle Teilnehmer eine sehr positive Bilanz des Tages zogen und in fröhlicher Stimmung das Diözesanhaus verließen.

An dieser Stelle sei den beiden Leiterinnen Angelika Vogler und Christiane Alter ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, insbesondere für die so angenehme Atmosphäre.


zum Seitenanfang eine Seite zurück